EXPORT

ZOLLFREI ODER ZOLLPFLICHTIG?

EXPORT

Sie möchten Waren ins Ausland versenden? Dann ist es von großer Relevanz, ob das Zielland innerhalb oder außerhalb der EU liegt.

Denn der Versand von Waren innerhalb der EU ist zollfrei, so dass keine Anmeldung beim Zoll nötig ist. Soll Ihre Sendung in ein Land exportiert werden, das nicht zu den EU-Mitgliedsstaaten gehört oder ein EU-Ausnahmegebiet ist, ist sie grundsätzlich zollpflichtig.

Wir haben für Sie zusammengefasst, worauf Sie achten müssen, damit Ihre Sendung beim Export reibungslos den Zoll passieren kann.

NICHT-EU-LÄNDER

Beim Export in ein Nicht-EU-Land müssen einer Warensendung durch den Versender bestimmte Dokumente beigefügt werden.

Diese richten sich nach Inhalt der Sendung, Warenwert und Zielland.

Jede Ausfuhrsendung muss von bestimmten Dokumenten für die Exportzollabfertigung begleitet werden.

  • Bis 1.000 EUR Sendungswert (mündliches Ausfuhrverfahren):
    Handels- oder Proformarechnung (Original und 3 Kopien)
  • Zwischen 1.000 bis 3.000 EUR Sendungswert (elektronisches Ausfuhrverfahren):
    Handels- oder Proformarechnung (Original und 3 Kopien) und elektronische Ausfuhranmeldung (Vorerfassung im einstufigen Verfahren)
  • Über 3.000 EUR Sendungswert (elektronisches Ausfuhrverfahren):
    Handels- oder Proformarechnung (Original und 3 Kopien) und Ausfuhrbegleitdokument
  • Waren, die besonderer Überwachung unterliegen (elektronisches Ausfuhrverfahren):
    Handels- oder Proformarechnung (Original und 3 Kopien) und Ausfuhrbegleitdokument und ggf. Ausfuhrgenehmigung oder weitere Begleitdokumente

Ausfuhrsendungen, deren Wert 1.000 EUR oder Gewicht 1.000 kg überschreitet, müssen elektronisch beim Zoll angemeldet werden. Wir empfehlen, die elektronische Anmeldung grundsätzlich im zweistufigen Verfahren vorzunehmen.

Ausfuhrsendungen, deren Wert 1.000 EUR oder Gewicht 1.000 kg nicht überschreitet, können mündlich beim Zoll angemeldet werden.

  • Anmeldung durch DHL Express direkt bei der Ausfuhrzollstelle, an der die Sendung exportiert wird. Sie übergeben uns die Handels- oder Proformarechnung.
  • Die Werte einzelner DHL-Sendungen müssen zusammengerechnet werden (auch tagesübergreifend), wenn sie Bestandteil  eines Ausfuhrvertrages sind. Dadurch übersteigen sie gegebenenfalls die Grenze von 1.000 EUR/1.000 kg und es ist eine elektronische Ausfuhranmeldung erforderlich.
  • Waren, die besonderer Überwachung unterliegen (z. B. ausfuhrgenehmigungspflichtige Waren), müssen im zweistufigen elektronischen Verfahren angemeldet werden, unabhängig des Sendungswertes
  • Nach dem Export Ihrer Sendung erhalten Sie per Post eine Ausfuhrbescheinigung für Umsatzsteuerzwecke als Nachweis für Ihre Unterlagen.

Der AES Ausfuhranmeldeservice (Automated Export Declaration Service) bietet die Möglichkeit, die Anmeldung von internationalen Time Definite Export-Sendungen in ATLAS kompetent und zuverlässig über DHL Express durchführen zu lassen.

Alle relevanten Dokumente finden Sie unter Downloads.

Bei Fragen hilft Ihnen unser AEAES Service Desk gerne weiter:

Tel. +49 (0) 203-348 599 45 (Mo.-Do.: 08:30 - 17:00 Uhr, Fr.: 8:30 - 16:00 Uhr, außer an Feiertagen)

0,14 Euro pro angefangene Minute aus den deutschen Festnetzen; höchstens 0,42 Euro pro angefangene Minute aus den deutschen Mobilfunknetzen.

Zwischen der EU und zahlreichen Ländern existieren Präferenzabkommen, die eine zollfreie oder vergünstigte Einfuhr für bestimmte Waren ermöglichen, die in der EU hergestellt worden sind.

  • Nachweis durch präferenzielle Ursprungszeugnisse (z. B. EUR.1, EUR-MED) oder Ursprungserklärung auf der Rechnung, die im Original die Sendung begleiten müssen
  • Bitte prüfen Sie Ihre Möglichkeiten über das Portal „Warenursprung und Präferenzen Online“ des deutschen Zolls

Für manche Waren werden vom Empfänger nicht-präferenzielle Ursprungszeugnisse  benötigt, z. B. aufgrund von Einfuhrbeschränkungen oder zum Ursprungsnachweis bei Weiterverkauf.

  • Für weitere Informationen sprechen Sie bitte Ihre zuständige IHK an

Manche Waren unterliegen einer besonderen Überwachung bei der Ausfuhr und sind ggf. ausfuhrgenehmigungspflichtig oder nicht ausfuhrfähig.

  • Verbote und Beschränkungen für bestimmte Waren, z. B. artengeschützte Tiere & Pflanzen, Betäubungsmittel, Waffen
  • Handelspolitische Maßnahmen in Form von Sanktionen und Embargos gegen bestimmte Länder und Personen, z. B. Iran, Syrien, Nordkorea, Taliban . Weitere Informationen finden Sie in den Länderinformationen

EU-AUSNAHMEGEBIETE

Einige Gebiete in der EU gehören zwar zum politischen Gebiet, aber nicht zum zollrechtlichen und unterliegen den gleichen Bestimmungen wie Nicht-EU-Länder.

Darüber hinaus gibt es Gebiete, die zum zollrechtlichen Gebiet der EU gehören, jedoch mehrwertsteuerrechtlich besonderen Bestimmungen unterliegen.

Beachten Sie mögliche Verbote und Beschränkungen, z. B. artengeschützte Tiere & Pflanzen, Betäubungsmittel, Waffen, die auch innerhalb der EU den Versand einschränken können.

Diese Gebiete gehören zum politischen Gebiet der EU, aber nicht zum zollrechtlichen. Möchten Sie Waren dorthin versenden, gelten die gleichen Bestimmungen wie für den Versand in Nicht-EU-Länder.

  • Dänemark: Faröer Inseln und Grönland
  • Deutschland: Büsingen und Insel Helgoland
  • Finnland: Aland-Inseln
  • Frankreich: Saint-Barthélemy, Saint Pierre et Miquelon, Franz.-Polynesien, Neukaledonien, Wallis & Furtuna, franz. Süd- und Anarktisgebiete
  • Italien: Campione d‘Italia, Livigno, Teil des Luganer Sees
  • Niederlande: Aruba, Bonaire, Curacao, Saba, Sint Eustatius, Sint Maarten
  • Spanien: Ceuta, Melilla
  • Zypern: Türkischer Teil

Diese Gebiete gehören zum zollrechtlichen Gebiet der EU, unterliegen aber nicht den Bestimmungen der Mehrwertsteuersystemrichtlinie der EU.  Daraus ergeben sich besondere Formalitäten. Die Waren müssen bei der Einfuhr in diese Gebiete versteuert werden.
Möchten Sie Waren dorthin versenden, gelten die gleichen Bestimmungen wie für den Versand in Nicht-EU-Länder. Eine zollfreie Einfuhr ist immer möglich durch Vorlage eines Nachweises des Unionscharakters.

  • Frankreich: Guadeloupe, Martinique, La Réunion, Franz.-Guyana, Saint Martin, Mayotte
  • Griechenland: Berg Athos
  • Spanien: Kanarische Inseln
  • Großbritannien: Isle Of Man, Kanalinseln, Gibraltar, Brit. Überseegebiete

Um eine zollfreie Einfuhr in die EU-Ausnahmegebiete zu ermöglichen, die nicht zum mehrwertsteuerrechtlichen Gebiet gehören, muss durch ein Dokument nachgewiesen werden, dass es sich um Unionsware handelt. Das Dokument muss die Sendung begleiten.

  • Bis 15.000 EUR Sendungswert:
    Rechnung mit bestimmten Angaben und dem Vermerk T2L bzw. T2LF, abgestempelt und unterschrieben durch den Ausführer
  • Ab 15.000 EUR Sendungswert:
    T2L bzw. T2LF auf Einheitspapier, abgestempelt durch Ihre zuständige Ausfuhrzollstelle

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Zolls.

EU-LÄNDER

Innerhalb der EU können alle Waren frei verkehren, unabhängig davon, ob sie in der EU hergestellt oder aus Nicht-EU-Ländern eingeführt und zum freien Verkehr überlassen wurden.

Dies gilt jedoch nicht im Bezug auf die länderspezifischen Mehrwert- und Verbrauchsteuern, die Sie als Versender beachten müssen.

Beachten Sie mögliche Verbote und Beschränkungen, z. B. artengeschützte Tiere & Pflanzen, Betäubungsmittel, Waffen, die auch innerhalb der EU den Versand einschränken können.

Bis auf einige EU-Ausnahmegebiete unterliegen alle EU-Länder durch eine Richtlinie harmonisierten Vorschriften über die Mehrwertsteuer. Gewerblicher Handel unterliegt den nationalen Gesetzen über die Mehrwertsteuer.

  • Lieferungen innerhalb der EU sind befreit von der Mehrwertsteuer
  • Buch- und Belegnachweise nach dem deutschen Umsatzsteuergesetz müssen aufbewahrt werden
  • Weitere Informationen finden Sie unter Belegnachweise EU

Alle EU-Länder unterliegen durch eine Richtlinie harmonisierten Vorschriften über die Verbrauchsteuer. Gewerblicher Handel, auch Versandhandel an Privatpersonen, unterliegt den nationalen Verbrauchsteuergesetzen.

  • Transport nur mit bestimmten Begleitdokumenten
  • Bitte informieren Sie sich beim deutschen Zoll vor Versand der Ware

Europa umfasst als Kontinent ca. 50 Länder, aber nur 28 gehören der Europäischen Union an. Alle europäischen Länder außerhalb der 28 EU-Staaten gelten als Nicht-EU-Länder.

  • Freier Warenverkehr nur zwischen den EU-Ländern
  • Freihandelszone EFTA (Norwegen, Schweiz, Liechtenstein, Island), aber kein freier Warenverkehr
  • Zollunion mit der Türkei, San Marino und Andorra, aber kein freier Warenverkehr